Dr. Erika Weigel-Nurnus | Kieferorthopädin Fürth

Fragen & Antworten

An wen sollte man sich wenden, wenn man eine Zahnspange braucht?

Patienten mit Zahn- und Kieferfehlstellungen sollten darauf achten, sich an einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie (kurz Kieferorthopäde) zu wenden. Nur dieser hat ein umfangreiches Fachwissen durch eine mehrjährige und intensive/ganztägige Ausbildung sowie eine zertifizierte, fachliche Qualifikation nach bestandener Facharztprüfung vor einer Landeszahnärztekammer erworben. Er bietet die besten Voraussetzungen, um mit hoher Kompetenz und Erfahrung kieferorthopädische Behandlungen fachgerecht durchzuführen und optimale Ergebnisse zu erzielen.

Was ist ein Kieferorthopäde?

Siehe hier…

Was ist ein Zahnarzt MSc Kieferorthopädie?

Siehe hier…

Was ist ein Zahnarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie?

Siehe hier…

Wann sollte mein Kind erstmals von einem Kieferorthopäden untersucht werden?

Wenn alle Milchzähne da sind, ist der Besuch bei einem Fachzahnarzt zu empfehlen. Bei schädlichen Angewohnheiten (wie z.B. Daumenlutschen und Lautbildungsstörungen) oder bei bestimmten erblichen Fehlstellungen kann eine Frühbehandlung angezeigt sein. Das Hauptbehandlungsalter liegt um das zehnte Lebensjahr, wenn die Seitenzähne wechseln. Hierzu  muss vorab festgestellt werden, wie weit der Zahnwechsel fortgeschritten ist, da dieser bei manchen Kindern bereits früher als bei anderen einsetzt. Wer sicher gehen möchte, wann der richtige Zeitpunkt erreicht ist, um mit einer kieferorthopädischen Behandlung zu beginnen, sollte mit seinen Kindern in regelmäßigen Abständen zum Zahnarzt oder Kieferorthopäden gehen, um frühzeitig feststellen zu können, ob eine entsprechende Indikation vorliegt. Bei den Untersuchungen wird kontrolliert, ob die Gebissentwicklung regelrecht verläuft oder ob Einflüsse vorliegen, die diese Entwicklung beeinträchtigen können.

Ist kieferorthopädische Behandlung nur für Kinder und Jugendliche?

Nein, Zähne können in jedem Alter bewegt werden. Die Beratungen und Behandlungen bei Erwachsenen aus medizinischen und ästhetischen Gründen nehmen stets zu.

Brauche ich eine Überweisung?

Nein, sie können den Kieferorthopäden direkt ohne Überweisung aufsuchen.

Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die kieferorthopädische Behandlung?

a) Bei einer Fehlstellung ab dem Schweregrad 3 einer kieferorthopädischen Indikationsgruppe (KIG) bezahlt Ihre Krankenkasse die kieferorthopädische Regelversorgung.

b) Bei Erwachsenen nach dem vollendeten 18. Lebensjahr ist ein Leistungsanspruch nur noch bei sehr ausgeprägten Kieferfehlstellungen gegeben.

Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

Eine Frühbehandlung im frühen Kindesalter dauert ca. 1½ Jahre.

Eine Hauptbehandlung bei Kindern und Jugendlichen dauert in der Regel 2 bis 4 Jahre. Die Behandlungsdauer ist abhängig vom Grad der Zahn- und Kieferfehlstellung, der Gewebereaktion und der Mitarbeit des Patienten. Zur Zahnkorrektur werden (unabhängig vom Alter) relativ schwache, biologische Kräfte angewandt, um den Zahnhalteapparat nicht zu schädigen. Das Gewebe braucht Zeit, um sich den Kräften und Veränderungen anzupassen.

Nach der aktiven Behandlungszeit folgt eine passive Behandlungsphase zur Sicherung und Stabilisierung des erreichten Ergebnisses.

 

Was ist eine kieferorthopädische Behandlungsapparatur?

Das ist eine Zahnspange, sozusagen das Mittel, mit dem der Kieferorthopäde Veränderungen  im Gebiss bewirkt. Man unterscheidet „lose“ und „feste“ Zahnspangen.

Die lose (herausnehmbare) Zahnspange wird meist im Wechselgebiss – es sind noch Milchzähne vorhanden – eingesetzt. Sie dienen der Regulierung, Formung und Unterstützung des Kieferwachstums.

Die festsitzende Zahnspange (sog. Brackets) korrigiert vor allem die Zahnfehlstellungen. Engstehende Zähne werden harmonisch ausgerichtet, rotierte Zähne werden gerade gedreht, Lücken geschlossen oder geöffnet. Die Brackets finden ihren Einsatz meist erst im späten Wechselgebiss bzw. nach Durchbruch aller bleibenden Zähne.

Die beiden Zahnspangenarten übernehmen demnach zwei verschiedene Aufgaben.

Welche Zahnspange ist besser: lose oder festsitzende?

Das kann man so nicht beantworten. Die lose und festsitzende Zahnspange haben verschiedene Anwendungsgebiete. Außerdem wählt der Kieferorthopäde nach ausführlicher Auswertung der Behandlungsunterlagen im Einzelfall aus, welche Spange am besten geeignet ist. Oft muss man im Laufe der Behandlung beide Spangenarten nacheinander anwenden.

Schadet eine festsitzende Zahnspange den Zähnen?

Die Spange selbst schadet den Zähnen nicht. Nur die Zahnbeläge, die sich um die Brackets, Bänder und Drähte herum ansetzen, können bei schlechter Mundhygiene Entkalkungen verursachen. Deshalb ist es während der Tragezeit einer festsitzenden Zahnspange besonders wichtig, die Zähne sorgfältig zu reinigen und regelmäßige Prophylaxetermine in der Praxis wahrzunehmen. Eine Versiegelung des Bracketumfeldes kann zusätzlich den Schmelz vor schädlichen Einflüssen beschützen.

Gibt es unsichtbare Zahnspangen?

Ja! Sogenannte Aligner, z.B. die Invisalign-Methode, ist ein aus den USA stammendes System, das ganz ohne Brackets arbeitet, und zwar mit einem Satz herausnehmbarer, glasklarer und individuell hergestellter Kunststoffschienen. Diese Methode ist bei erwachsenen Patienten und Heranwachsenden sehr beliebt. Alle 2 Wochen erhält der Patient eine neue Schiene, die Schritt für Schritt die Zahnbögen ausrichtet. Diese elegante, fast unsichtbare Behandlungsmethode ist allerdings nicht für jede Behandlungsaufgabe geeignet. Der Kieferorthopäde kann im Beratungsgespräch prüfen, ob dieses Verfahren für Ihre Bedürfnisse geeignet ist.

Auch die Lingualtechnik – die Brackets werden auf die Zahninnenfläche geklebt – ist eine völlig unsichtbare Möglichkeit zur Ausformung der Zahnbögen.

Ist eine Stabilisierung (Retention) der Zähne nach der Behandlung immer notwendig?

Jeder Patient benötigt, nachdem er eine Zahnspange zur Korrektur der Zähne getragen hat, eine Stabilisierung. Der Grund: Die Zähne werden während der Behandlung durch den Knochen bewegt und sind unmittelbar nach dieser Zeit noch leicht locker. Der Halteapparat der Zähne sowie die knöchernen Strukturen brauchen noch Zeit, um sich der neuen Situation anzupassen. Findet keine Stabilisierung statt, gehen die Zähne wieder in ihre ursprüngliche Position zurück. Je länger eine Stabilisierung durchgeführt wird, desto schöner und stabiler ist das endgültige Ergebnis.

Können sich die Zähne nach einer abgeschlossenen KFO-Behandlung wieder verschieben?

Leider ja: Wachstumsvorgänge, schädliche Angewohnheiten (z.B. Bleistiftkauen) oder ungünstige Erbanlagen können dazu führen, dass sich Zähne wieder verschieben. Außerdem je größer die Zahnbewegungen waren, d.h. je ausgeprägter die Zahnfehlstellungen zu Beginn der Behandlung waren, desto mehr neigen die Zähne dazu in Richtung ihrer alten Stellung zurückzuwandern. Deshalb ist es ratsam, nach einer kieferorthopädischen Behandlung grundsätzlich einen sog. festsitzenden Kleberetainer zur Langzeitstabilisierung einzusetzen.